Hallo in die Runde,
Geschichte und Sage zum Tatarensee... Dieser liegt ja im Grenzbereich zwischen Kreis Treuburg und Lyck. Manchmal findet man Antworten in alten Zeitungen. Der untere Text ist aus der PAZ von 1958, den oberen kann man über den Link erweitern mit lesen- kleine Abschrift hier nur.
Grüße, "Anortha"
Der Tatarensee
Namensfindung: Südlich von Lyck, 800 m hinter dem Bahnübergang am Ortsende neben der Hauptstraße in Richtung Grajewo - Bialystok, gibt es am Tatarensee einen hübschen Picknickplatz. Der Name des Sees stammt von einer Legende aus der Zeit des Tatareneinfalls:
Die Tataren nahmen damals etliche Männer in der Gegend von Lyck fest, banden sie an ihren Sattelknöpfen fest und schleppten sie mit sich. Am See machten sie Rast. Die Ehefrauen waren der Truppe gefolgt. Sie kamen hinzu, tändelten mit den Soldaten und tranken mit ihnen große Mengen Bärenfang. Der Trick gelang. Die Tataren schliefen berauscht ein und die Frauen konnten ihre Männer befreien. Seitdem hat der See seinen Namen.
ggstanko.de/Kreis_Lyck/Geschic…eschichte_kreis_lyck.html
Mitten im Walde, zwischen Lyck und dem Ort Neuendorf, liegt ein See, der zwar klein, dafür aber unergründlich tief ist. Man nennte ihn den Tatarensee. Wer aus dieser Gegend stammt, fragt nach dem Ursprung diese Namens. Ich habe alte Leute befragt, und sie haben mir glaube ich, die rechte Antwort gegeben. Beim Einfall der Tataren und nach dem schwedisch polnischen Erbfolge Krieg ungleich verlaufenden Schlachten bei Prostken (8.10.1656) war Masuren eine Stätte voller Grauen, in der der Tod alles niederraffte was Leben hatte. Mehr als 10000 Menschen wurden nieder gemetzelt, nur ein geringer Teil von ihnen wurde verschleppt. An einem Sonntag Morgen drangen die Tartaren in die Stadt Lyck ein. Die Einwohner hatten sich rechtzeitig in den Wäldern verborgen. Kein Auge erspähte sie, denn der Weg, der zum Unterholz führte, war nur auf heimlichen Wegen zu erreichen. Eines Nachts hörten Flüchtlinge wüstes Schlachtgeschrei der heran nahenden Horden. Ein Verräter zeigte ihnen den Weg zum See. Und da kamen sie an, jagten die Frauen und Kinder an das Seeufer und nahmen die Männer gefangen, wurden nieder geschossen oder in den See geworfen. Das Wasser des Sees färbte sich von den unzähligen Leichen und des Blutes, blutrot. Von der Zeit an nannte man den See, in den so viel Blut geflossen war, den blutigen oder den Tatarensee. Die Anhöhe davor heißt Tatarenberg.
archiv.preussische-allgemeine.de/ow1958/1958_07_01_07.pdf
Geschichte und Sage zum Tatarensee... Dieser liegt ja im Grenzbereich zwischen Kreis Treuburg und Lyck. Manchmal findet man Antworten in alten Zeitungen. Der untere Text ist aus der PAZ von 1958, den oberen kann man über den Link erweitern mit lesen- kleine Abschrift hier nur.
Grüße, "Anortha"
Der Tatarensee
Namensfindung: Südlich von Lyck, 800 m hinter dem Bahnübergang am Ortsende neben der Hauptstraße in Richtung Grajewo - Bialystok, gibt es am Tatarensee einen hübschen Picknickplatz. Der Name des Sees stammt von einer Legende aus der Zeit des Tatareneinfalls:
Die Tataren nahmen damals etliche Männer in der Gegend von Lyck fest, banden sie an ihren Sattelknöpfen fest und schleppten sie mit sich. Am See machten sie Rast. Die Ehefrauen waren der Truppe gefolgt. Sie kamen hinzu, tändelten mit den Soldaten und tranken mit ihnen große Mengen Bärenfang. Der Trick gelang. Die Tataren schliefen berauscht ein und die Frauen konnten ihre Männer befreien. Seitdem hat der See seinen Namen.
ggstanko.de/Kreis_Lyck/Geschic…eschichte_kreis_lyck.html
Mitten im Walde, zwischen Lyck und dem Ort Neuendorf, liegt ein See, der zwar klein, dafür aber unergründlich tief ist. Man nennte ihn den Tatarensee. Wer aus dieser Gegend stammt, fragt nach dem Ursprung diese Namens. Ich habe alte Leute befragt, und sie haben mir glaube ich, die rechte Antwort gegeben. Beim Einfall der Tataren und nach dem schwedisch polnischen Erbfolge Krieg ungleich verlaufenden Schlachten bei Prostken (8.10.1656) war Masuren eine Stätte voller Grauen, in der der Tod alles niederraffte was Leben hatte. Mehr als 10000 Menschen wurden nieder gemetzelt, nur ein geringer Teil von ihnen wurde verschleppt. An einem Sonntag Morgen drangen die Tartaren in die Stadt Lyck ein. Die Einwohner hatten sich rechtzeitig in den Wäldern verborgen. Kein Auge erspähte sie, denn der Weg, der zum Unterholz führte, war nur auf heimlichen Wegen zu erreichen. Eines Nachts hörten Flüchtlinge wüstes Schlachtgeschrei der heran nahenden Horden. Ein Verräter zeigte ihnen den Weg zum See. Und da kamen sie an, jagten die Frauen und Kinder an das Seeufer und nahmen die Männer gefangen, wurden nieder geschossen oder in den See geworfen. Das Wasser des Sees färbte sich von den unzähligen Leichen und des Blutes, blutrot. Von der Zeit an nannte man den See, in den so viel Blut geflossen war, den blutigen oder den Tatarensee. Die Anhöhe davor heißt Tatarenberg.
archiv.preussische-allgemeine.de/ow1958/1958_07_01_07.pdf
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