In dem zu Ende gehenden Jahr jährt sich zum 440. Mal die Gründung der Stadt Magrabowa/Treuburg. Dies soll Anlass sein, heute daran zu erinnern. In der von Dr. Grenz im Jahre 1971 zusammengestellten „Geschichte des Kreises Treuburg“ wird in einem Kapitel auf die von Prof. Dr. Fritz Gause angefertigte Ausarbeitung über die Gründung unserer Stadt eingegangen, der einige Passagen entnommen werden sollen:
„Die Amtsleute Croszel von Memel und Schafstedt von Taplauken erhielten den Auftrag 1559 sich mit den Landmessern in das Gebiet Stradaunen zu begeben, und dort Vermessungen vorzunehmen: s handelt sich im Wesentlichen um ein großes Waldgebiet im Westen und Nordwesten der späteren Stadt, von denen 300, 200 und 100 Hufen an einige adlige Herrn verliehen werden sollten. Aus den Unterlagen ging hervor, dass ein „new Stedtlein von 100 Huben, ein gutt vorwerck von 40 huben, ein schefferey“ gegründet worden sollten.
Das Unternehmen war kühn, denn die Besiedlung war nur weitmaschig an die neu zu gründende Stadt vorgedrungen. Sie sollte also in die Wildnis als Vorposten gebaut werden.
Als nächstes war die Gewinnung eines Locators notwendig, der genügend Geldmittel hatte, um die Gründung durchzuführen. Gegen Zahlung einer Summe erhielt er dann das Schulzenamt, das ihm Einnahmen bringen sollte. Diese Verbindung von privatkapitalistischen und öffentlich- rechtlichen Interessen war eine vom Orden oft geübte Praxis. Der erste Stadtschulze war Adam Woynoffski- manchmal auch Woydoffsky- der Güter in Masivien besaß. Er muss zu den evangelischen Grundbesitzern gehört haben, die die Sorge vor der Gegenreformation und den Unruhen in Polen nach Preußen trieb, um sich dort eine sichere Existenz aufzubauen, denn Herzog Albrecht hätte nie einem Katholiken eine Stadtgründung anvertraut.
Aus den Unterlagen, die Prof. Gause zitiert, geht hervor, dass Woynoffsky sich um Siedler bemühte, diese jedoch mit dem Bau ihrer Häuser nicht begannen, weil die Handfeste noch nicht vorlag, die ihre Rechte festlegen sollte. Es wird von vielen Eingaben berichtet, in denen Woynoffsky seinen eigenen Vorteil nicht vergaß. Leider sind die Antworten des Herzogs auf die verschiedene Eingaben nicht überliefert, aber die Handfeste wurde schließlich am 1. Januar 1560 ausgestellt, und der Name Margrabowa erstmalig darin genannt.
Der Anfang war mit großen Schwierigkeiten verbunden, in denen um verschiedene Rechte gestritten wurde. Schließlich gab es auch Eingaben von Bürgermeister Stanilaus Milewski um Herabsetzung der Zinslast, Befreiung von Scharwerk und die Bitte um kleine Vergünstigungen.
So wurde die Handfeste mehrfach geändert, und man konnte an den Änderungen ablesen, was der Herzog bewilligte und welche Wünsche abgelehnt wurden. Da Woyloffsky stets seine Eigeninteressen in den Vordergrund stellte und manchmal auch Fakten, die, wie er hoffte, vom Herzogsanktioniert werden würden, kam es schließlich zum Eklat, und er handelte sich eine herzogliche Rüge ein. Am 10. Februar 1567 kam es dann zur Auseinandersetzung, Woyloffsky zog sich zurück und überließ seinen ganzen Besitz dem Herzog. Er erhielt dafür 20 Hufen im Dorfe Gutten samt dem kleinen See an der Gutter Grenze, dazu das Recht, was er schon in der Stadt angestrebt hatte, eine Ziegel und Kalkscheune sowie einen Krug und eine Mühle zu betreiben. Er durfte Bienen halten, die Jagd auf Hasen und Füchse ausüben und eine Wolfsgrube anlegen. Das Gut ist mit 23 Hufen bis zum Jahre 1677 im Besitz der Familie gewesen“.
Damit war die erste Periode der Geschichte Margrabowas abgeschlossen. Die von Prof. Dr. Guse aufgefundenen Quellen über die Entstehung der Handfeste, die Aufgaben der Schulzen und über die Nöte der Gründung haben eine Klarheit geschaffen, wie sie selten vorzufinden ist. In der Treuburger Zeitung vom 15.1.1960 lasen wir über die Gründung der Stadt Margrabowa/Treuburg, dass Herzog Albrecht von Preußen bereits bei seinem ersten Besuch von Oletzko 1544 ins Auge fasste, diesen Ort zur Stadt zu erheben.
Die alten Geschichtsschreiber, darunter Henneberger nicht lange in der Stadtbestätigung, nämlich 1595, aber auch später Hartkoch, Lucanus u.a. berichten übereinstimmend, dass die Gründung der Stadt bei der Zusammenkunft des Herzoges mit Sigismund II. August von Polen in dem Jagdschloss von Oletzko im Jahre 1560 erfolgt sei. Hierbei seien zum Andenken an diese Tage die Städte Margrabowa in Preußen und Augustowo in Polen gegründet worden.
Wenn das auch nicht urkundlich belegt ist, so ist kein Grund dafür ersichtlich, diese Überlieferung als unrichtig anzunehmen. Mündliche Mitteilungen aus späterer Zeit wissen noch zu besagen, dass an der Zusammenkunft auch ein polnischer Fürst Phillip teilgenommen habe, der die Stadt Filipowo gründete. In der Tat haben alle drei Städte drei eine gewisse Ähnlichkeit. Einmal liegen sie alle unfern der Grenze und nicht zu weit auseinander. Dann weisen sie eine ziemlich gleiche Form des Marktes auf, von dem 4 Hauptstrassen abgehen. Das trifft indessen auch für eine große Anzahl anderer ostpreußischer Städte zu, bei deren Errichtung in späterer Zeit vielleicht die Stadtlage von Margrabowa/Treuburg als Muster gedient haben mag. Die Marktplätze sind durchweg groß, wenn auch der von Margrabowa/Treuburg die anderen an Größe übertrifft. Er umfasst 7 ha und ist besonders bekannt als der überhaupt größte Marktplatz im ganzen deutschen Reiche.
Von dieser Größe weiß Henneberger noch folgendes zu erzählen: Lorenz von Halle ihr (d.h. der Stadt) alter Hauptmann wollte wetten, „er wolle mit 400 Reisigen an einem Ort des Marktes halten. Dass man sie an dem anderen Ort desselben Marktes nicht sehen sollte, denn er ist etwa bergigt.“
Die ursprüngliche Gründungsurkunde der Stadt von 1560 ist durch eine Feuersbrunst verloren gegangen. Auf die Bitte der damaligen Stadtväter wurde 1690 aus der kurfürstlichen Urkundensammlung eine wörtliche Abschrift gefertigt. Sie erhielt ihre Bestätigung durch den Kurfürsten Friedrich III., den nachmaligen König Friedrich I.
Zum besseren Verständnis folgt nun unter Weglassung unwesentlicher Angaben eine sinngemäße Übertragung der Gründungsurkunde:
„Wir, Friedrich III. usw., beurkunden für uns und unsere Nachkommen: Die Einwohner der Stadt Margrabowa haben gebeten, ihre Stadtgründungsurkunde zu erneuern, weil diese bei einer Feuersbrunst vernichtet ist. Nach Vergleich mit der Urkunde im hiesigen Archiv wird ihnen die Neuanfertigung übergeben. Das Schriftstück hat folgenden Wortlaut:
Wir, Albrecht der Ältere, Markgraf von Brandenburg usw., geben durch dieses öffentliche Schriftstück bekannt, dass wir es nach reiflichem Ratschluss zum besten unserer Untertanen für gut befunden und uns vorgenommen haben, im Amte Stradaunen eine Stadt anzulegen.
Zur Errichtung der Stadt haben wir, 111 Hufen, welche am großen und kleinen Oletzkoer See gelegen sind, hergegeben. Diese sind umgrenzt und ausgemessen. Auf dem Gelände soll die neue Stadt angelegt werden, welche den Namen Margrabowa führt. Damit kein _Zank und kein Irrtum entstehen können, wird bestimmt: Von den 111 Hufen geben 5 zur Umgrenzung und zu den Gebäuden der Stadt ab. Diese 5 Hufen entfallen auf 300 Einwohner (auf jeden also ein Morgen). Den Pfarrern sind 4 freie Hufen zu überlassen. Von den übrigen Hufen sind 80 auf die Anwohner am Markte, 22 auf die in den Gassen gleichmäßig verteilen. Für jeden Bürger sind 3 Morgen ausgemessen. Ferner hat eine Vermessung des Marktes, der Gassen und der Plätze zum Kirchhof, zur Kirche, zum Hospital und zur Wohnung des Kirchendieners zu erfolgen.
Jede Baustelle muss 10 Ruten lang und 3 breit sein. Zur Versorgung der Durchreisenden sollen 4 Wirtshäuser angelegt werden und doppeltgroße Baustellen erhalten.
Das Pfarrhaus wird 20 Ruten lang und 5 breit, des Kaplans Haus 10 Ruten lang und zweieinhalb Ruten breit sein, ein gleichgroßer Platz wird für die Schule vorgemerkt.
Verfasser bekannt, kann als PN genannt werden
„Die Amtsleute Croszel von Memel und Schafstedt von Taplauken erhielten den Auftrag 1559 sich mit den Landmessern in das Gebiet Stradaunen zu begeben, und dort Vermessungen vorzunehmen: s handelt sich im Wesentlichen um ein großes Waldgebiet im Westen und Nordwesten der späteren Stadt, von denen 300, 200 und 100 Hufen an einige adlige Herrn verliehen werden sollten. Aus den Unterlagen ging hervor, dass ein „new Stedtlein von 100 Huben, ein gutt vorwerck von 40 huben, ein schefferey“ gegründet worden sollten.
Das Unternehmen war kühn, denn die Besiedlung war nur weitmaschig an die neu zu gründende Stadt vorgedrungen. Sie sollte also in die Wildnis als Vorposten gebaut werden.
Als nächstes war die Gewinnung eines Locators notwendig, der genügend Geldmittel hatte, um die Gründung durchzuführen. Gegen Zahlung einer Summe erhielt er dann das Schulzenamt, das ihm Einnahmen bringen sollte. Diese Verbindung von privatkapitalistischen und öffentlich- rechtlichen Interessen war eine vom Orden oft geübte Praxis. Der erste Stadtschulze war Adam Woynoffski- manchmal auch Woydoffsky- der Güter in Masivien besaß. Er muss zu den evangelischen Grundbesitzern gehört haben, die die Sorge vor der Gegenreformation und den Unruhen in Polen nach Preußen trieb, um sich dort eine sichere Existenz aufzubauen, denn Herzog Albrecht hätte nie einem Katholiken eine Stadtgründung anvertraut.
Aus den Unterlagen, die Prof. Gause zitiert, geht hervor, dass Woynoffsky sich um Siedler bemühte, diese jedoch mit dem Bau ihrer Häuser nicht begannen, weil die Handfeste noch nicht vorlag, die ihre Rechte festlegen sollte. Es wird von vielen Eingaben berichtet, in denen Woynoffsky seinen eigenen Vorteil nicht vergaß. Leider sind die Antworten des Herzogs auf die verschiedene Eingaben nicht überliefert, aber die Handfeste wurde schließlich am 1. Januar 1560 ausgestellt, und der Name Margrabowa erstmalig darin genannt.
Der Anfang war mit großen Schwierigkeiten verbunden, in denen um verschiedene Rechte gestritten wurde. Schließlich gab es auch Eingaben von Bürgermeister Stanilaus Milewski um Herabsetzung der Zinslast, Befreiung von Scharwerk und die Bitte um kleine Vergünstigungen.
So wurde die Handfeste mehrfach geändert, und man konnte an den Änderungen ablesen, was der Herzog bewilligte und welche Wünsche abgelehnt wurden. Da Woyloffsky stets seine Eigeninteressen in den Vordergrund stellte und manchmal auch Fakten, die, wie er hoffte, vom Herzogsanktioniert werden würden, kam es schließlich zum Eklat, und er handelte sich eine herzogliche Rüge ein. Am 10. Februar 1567 kam es dann zur Auseinandersetzung, Woyloffsky zog sich zurück und überließ seinen ganzen Besitz dem Herzog. Er erhielt dafür 20 Hufen im Dorfe Gutten samt dem kleinen See an der Gutter Grenze, dazu das Recht, was er schon in der Stadt angestrebt hatte, eine Ziegel und Kalkscheune sowie einen Krug und eine Mühle zu betreiben. Er durfte Bienen halten, die Jagd auf Hasen und Füchse ausüben und eine Wolfsgrube anlegen. Das Gut ist mit 23 Hufen bis zum Jahre 1677 im Besitz der Familie gewesen“.
Damit war die erste Periode der Geschichte Margrabowas abgeschlossen. Die von Prof. Dr. Guse aufgefundenen Quellen über die Entstehung der Handfeste, die Aufgaben der Schulzen und über die Nöte der Gründung haben eine Klarheit geschaffen, wie sie selten vorzufinden ist. In der Treuburger Zeitung vom 15.1.1960 lasen wir über die Gründung der Stadt Margrabowa/Treuburg, dass Herzog Albrecht von Preußen bereits bei seinem ersten Besuch von Oletzko 1544 ins Auge fasste, diesen Ort zur Stadt zu erheben.
Die alten Geschichtsschreiber, darunter Henneberger nicht lange in der Stadtbestätigung, nämlich 1595, aber auch später Hartkoch, Lucanus u.a. berichten übereinstimmend, dass die Gründung der Stadt bei der Zusammenkunft des Herzoges mit Sigismund II. August von Polen in dem Jagdschloss von Oletzko im Jahre 1560 erfolgt sei. Hierbei seien zum Andenken an diese Tage die Städte Margrabowa in Preußen und Augustowo in Polen gegründet worden.
Wenn das auch nicht urkundlich belegt ist, so ist kein Grund dafür ersichtlich, diese Überlieferung als unrichtig anzunehmen. Mündliche Mitteilungen aus späterer Zeit wissen noch zu besagen, dass an der Zusammenkunft auch ein polnischer Fürst Phillip teilgenommen habe, der die Stadt Filipowo gründete. In der Tat haben alle drei Städte drei eine gewisse Ähnlichkeit. Einmal liegen sie alle unfern der Grenze und nicht zu weit auseinander. Dann weisen sie eine ziemlich gleiche Form des Marktes auf, von dem 4 Hauptstrassen abgehen. Das trifft indessen auch für eine große Anzahl anderer ostpreußischer Städte zu, bei deren Errichtung in späterer Zeit vielleicht die Stadtlage von Margrabowa/Treuburg als Muster gedient haben mag. Die Marktplätze sind durchweg groß, wenn auch der von Margrabowa/Treuburg die anderen an Größe übertrifft. Er umfasst 7 ha und ist besonders bekannt als der überhaupt größte Marktplatz im ganzen deutschen Reiche.
Von dieser Größe weiß Henneberger noch folgendes zu erzählen: Lorenz von Halle ihr (d.h. der Stadt) alter Hauptmann wollte wetten, „er wolle mit 400 Reisigen an einem Ort des Marktes halten. Dass man sie an dem anderen Ort desselben Marktes nicht sehen sollte, denn er ist etwa bergigt.“
Die ursprüngliche Gründungsurkunde der Stadt von 1560 ist durch eine Feuersbrunst verloren gegangen. Auf die Bitte der damaligen Stadtväter wurde 1690 aus der kurfürstlichen Urkundensammlung eine wörtliche Abschrift gefertigt. Sie erhielt ihre Bestätigung durch den Kurfürsten Friedrich III., den nachmaligen König Friedrich I.
Zum besseren Verständnis folgt nun unter Weglassung unwesentlicher Angaben eine sinngemäße Übertragung der Gründungsurkunde:
„Wir, Friedrich III. usw., beurkunden für uns und unsere Nachkommen: Die Einwohner der Stadt Margrabowa haben gebeten, ihre Stadtgründungsurkunde zu erneuern, weil diese bei einer Feuersbrunst vernichtet ist. Nach Vergleich mit der Urkunde im hiesigen Archiv wird ihnen die Neuanfertigung übergeben. Das Schriftstück hat folgenden Wortlaut:
Wir, Albrecht der Ältere, Markgraf von Brandenburg usw., geben durch dieses öffentliche Schriftstück bekannt, dass wir es nach reiflichem Ratschluss zum besten unserer Untertanen für gut befunden und uns vorgenommen haben, im Amte Stradaunen eine Stadt anzulegen.
Zur Errichtung der Stadt haben wir, 111 Hufen, welche am großen und kleinen Oletzkoer See gelegen sind, hergegeben. Diese sind umgrenzt und ausgemessen. Auf dem Gelände soll die neue Stadt angelegt werden, welche den Namen Margrabowa führt. Damit kein _Zank und kein Irrtum entstehen können, wird bestimmt: Von den 111 Hufen geben 5 zur Umgrenzung und zu den Gebäuden der Stadt ab. Diese 5 Hufen entfallen auf 300 Einwohner (auf jeden also ein Morgen). Den Pfarrern sind 4 freie Hufen zu überlassen. Von den übrigen Hufen sind 80 auf die Anwohner am Markte, 22 auf die in den Gassen gleichmäßig verteilen. Für jeden Bürger sind 3 Morgen ausgemessen. Ferner hat eine Vermessung des Marktes, der Gassen und der Plätze zum Kirchhof, zur Kirche, zum Hospital und zur Wohnung des Kirchendieners zu erfolgen.
Jede Baustelle muss 10 Ruten lang und 3 breit sein. Zur Versorgung der Durchreisenden sollen 4 Wirtshäuser angelegt werden und doppeltgroße Baustellen erhalten.
Das Pfarrhaus wird 20 Ruten lang und 5 breit, des Kaplans Haus 10 Ruten lang und zweieinhalb Ruten breit sein, ein gleichgroßer Platz wird für die Schule vorgemerkt.
Verfasser bekannt, kann als PN genannt werden