Hallo in die Runde,
hier ein Text aus dem Treuburger Heimatbrief, also dem Heft was über die Kreisvertretung 2x im Jahr erscheint. Da es sich um eine sozusagen öff. Zeitung handelt, dürfte es nicht mit dem Datenschutz anstoßen. Der Verfasser des Textes ist mir bekannt, aber Angaben über lebende Personen sind sicher nicht OK.
Kann ich aber b.B. über PN nennen.
Die Zeilen sagen etwas über de Gründerzeit der Stadt aus.
Grüße, Cornelia
.....Der erste Bürgermeister nach dem Stadtgründer, von dem etwas bekannt ist, war Albrecht von Dziengel, manchmal auch Dzingel geschrieben. Hier ein Nachtrag zur Person dieses Mannes.
Albrecht Balthasar von Dziengel, manchmal nur Albrecht genannt, Kurbrandenburgischer Leutnant, war mindestens von 1700 -1709 Bürgermeister der Stadt Margrabowa. Er wird auch als Agent, Kirchenvorsteher und Landesschöffenmeister von Oltezko angegeben.
Wann und wo er geboren wurde, wird nicht angegeben. Er wurde aber am 10.Januar 1716 von König Friedrich 1., dem großen Kurfürsten in den Adelsstand erhoben.
Was der Grund der Standeserhöhung war, wissen wir nicht, doch ist er beim Sturm auf Stettin 1677 „schwer blessiert“ worden.
Damals hatte Generalmajor Ahasverus von Lehndorff, den Auftrag ein 1600 Mann starkes Regiment aufzustellen, um mit den verbündeten Dänen gegen die Schweden zu kämpfen.
Ahasverus von Lehndorf/Steinort, dessen Familie auch im Oletzkoischen begütert war, er selbst besaß u.a. Chelchen und Doliven, warb also kräftig im ganzen Land und auch in Oletzko. Es war nicht leicht so viele Männer zusammen zubringen, und die Werber waren im Land nicht willkommen. Auch die Unterbringung der Angeworbenen macht Sorgen wie er dem König schreibt: „Die preußischen Städte haben wohl recht mit Knüppeln unter die Vögel geworfen, indem sie nicht allein die neu geworbene Mannschaft miserabel aufgenommen haben, sondern so unbewehrt sie auch ist, bei der geringsten Gelegenheit mit Ziehung der Sturmglocke und damit verbundenen Gewalt zu opprimieren und abzuschrecken gesucht.“
Unter der Mannschaft war auch der kurbrandenburgische Leutnant Albrecht von Dziengel. Er zog dann im August 1677 mit der Truppe nach Fischhausen und nach deren Musterung weiter nach der Insel Rügen. Die Insel war teils von Dänen, teils von Schweden besetzt.
Die Schweden hielten die alte und die neue Fährschanze und sollten angegriffen werden. Daraus wurde nichts, weil der Kurfürst die Truppe nach Stettin holte, und hier wird von Dziengel verwundet worden sein. Als von Lehndorff später mit seiner Truppe nach Koppenhagen ging, war er nicht mehr dabei.
Wo von Dziengel in den Folgejahren gelebt und gewirkt hat ist uns nicht bekannt. Jedenfalls erhielt er am 28.Oktober 1704 Lassek mit 6 Hufen und 4 Morgen zu kölmischen Rechten übertragen, und am 16.August 1711 erwarb er die Güter Chelchen und Doliven vom Grafen Boguslwa Friedrich von Dönhoff für 15000 Florin. Vermutlich war er bereits ab 1683 Pfandnehmer der Güter, wobei auch irrtümlich Czychen anstelle Chelchen angegeben ist.
Ob nun seine Tapferkeit bei Stettin oder sein Besitz eines Rittergutes den Ausschlag zur Standeserhebung gab ist hier unwichtig. Er muss ein kluger Mann gewesen sein mit einflussreichen Freunden.
Vor der Sakristei der Kirche in Treuburg lag ein Gedenkstein „Albrecht Dzingel- Zophia geborene Brewerin haben dieses machen lassen vor sich und ihren erben Anno 1709 im Monath Serphb.“
Sein Sterbedatum ist auch nicht bekannt, doch muss es vor 1726 gewesen sein, denn da sprach man in einem Prozeß, den seine Kinder führten, vom verstorbenen Albrecht von Dziengel.
Kinder des Albrecht von Dziengel und Sophia geb. Breuer:
Carl Daniel geb. 1704, Jacobus getauft Mittwoch nach Trinitatis 1706, Friedericus geb.1708 (unter seinen Paten ist Friedrich vonTettau, der Hauptmann von Oletzko), Bernhardus, getauft am Freitag 8 nach Trinitatis 1710, Adam Friedrich, geboren 1711 und Marti geb.1714. Seine Tochter Anna Catharina heiratet den königlich preußischen Amtsschreiber zu Osterode, Joachim Ernst Hesse und nach dessen Tode in zweiter Ehe den Oberleutnant Johann Georg von Lossau.
hier ein Text aus dem Treuburger Heimatbrief, also dem Heft was über die Kreisvertretung 2x im Jahr erscheint. Da es sich um eine sozusagen öff. Zeitung handelt, dürfte es nicht mit dem Datenschutz anstoßen. Der Verfasser des Textes ist mir bekannt, aber Angaben über lebende Personen sind sicher nicht OK.
Kann ich aber b.B. über PN nennen.
Die Zeilen sagen etwas über de Gründerzeit der Stadt aus.
Grüße, Cornelia
.....Der erste Bürgermeister nach dem Stadtgründer, von dem etwas bekannt ist, war Albrecht von Dziengel, manchmal auch Dzingel geschrieben. Hier ein Nachtrag zur Person dieses Mannes.
Albrecht Balthasar von Dziengel, manchmal nur Albrecht genannt, Kurbrandenburgischer Leutnant, war mindestens von 1700 -1709 Bürgermeister der Stadt Margrabowa. Er wird auch als Agent, Kirchenvorsteher und Landesschöffenmeister von Oltezko angegeben.
Wann und wo er geboren wurde, wird nicht angegeben. Er wurde aber am 10.Januar 1716 von König Friedrich 1., dem großen Kurfürsten in den Adelsstand erhoben.
Was der Grund der Standeserhöhung war, wissen wir nicht, doch ist er beim Sturm auf Stettin 1677 „schwer blessiert“ worden.
Damals hatte Generalmajor Ahasverus von Lehndorff, den Auftrag ein 1600 Mann starkes Regiment aufzustellen, um mit den verbündeten Dänen gegen die Schweden zu kämpfen.
Ahasverus von Lehndorf/Steinort, dessen Familie auch im Oletzkoischen begütert war, er selbst besaß u.a. Chelchen und Doliven, warb also kräftig im ganzen Land und auch in Oletzko. Es war nicht leicht so viele Männer zusammen zubringen, und die Werber waren im Land nicht willkommen. Auch die Unterbringung der Angeworbenen macht Sorgen wie er dem König schreibt: „Die preußischen Städte haben wohl recht mit Knüppeln unter die Vögel geworfen, indem sie nicht allein die neu geworbene Mannschaft miserabel aufgenommen haben, sondern so unbewehrt sie auch ist, bei der geringsten Gelegenheit mit Ziehung der Sturmglocke und damit verbundenen Gewalt zu opprimieren und abzuschrecken gesucht.“
Unter der Mannschaft war auch der kurbrandenburgische Leutnant Albrecht von Dziengel. Er zog dann im August 1677 mit der Truppe nach Fischhausen und nach deren Musterung weiter nach der Insel Rügen. Die Insel war teils von Dänen, teils von Schweden besetzt.
Die Schweden hielten die alte und die neue Fährschanze und sollten angegriffen werden. Daraus wurde nichts, weil der Kurfürst die Truppe nach Stettin holte, und hier wird von Dziengel verwundet worden sein. Als von Lehndorff später mit seiner Truppe nach Koppenhagen ging, war er nicht mehr dabei.
Wo von Dziengel in den Folgejahren gelebt und gewirkt hat ist uns nicht bekannt. Jedenfalls erhielt er am 28.Oktober 1704 Lassek mit 6 Hufen und 4 Morgen zu kölmischen Rechten übertragen, und am 16.August 1711 erwarb er die Güter Chelchen und Doliven vom Grafen Boguslwa Friedrich von Dönhoff für 15000 Florin. Vermutlich war er bereits ab 1683 Pfandnehmer der Güter, wobei auch irrtümlich Czychen anstelle Chelchen angegeben ist.
Ob nun seine Tapferkeit bei Stettin oder sein Besitz eines Rittergutes den Ausschlag zur Standeserhebung gab ist hier unwichtig. Er muss ein kluger Mann gewesen sein mit einflussreichen Freunden.
Vor der Sakristei der Kirche in Treuburg lag ein Gedenkstein „Albrecht Dzingel- Zophia geborene Brewerin haben dieses machen lassen vor sich und ihren erben Anno 1709 im Monath Serphb.“
Sein Sterbedatum ist auch nicht bekannt, doch muss es vor 1726 gewesen sein, denn da sprach man in einem Prozeß, den seine Kinder führten, vom verstorbenen Albrecht von Dziengel.
Kinder des Albrecht von Dziengel und Sophia geb. Breuer:
Carl Daniel geb. 1704, Jacobus getauft Mittwoch nach Trinitatis 1706, Friedericus geb.1708 (unter seinen Paten ist Friedrich vonTettau, der Hauptmann von Oletzko), Bernhardus, getauft am Freitag 8 nach Trinitatis 1710, Adam Friedrich, geboren 1711 und Marti geb.1714. Seine Tochter Anna Catharina heiratet den königlich preußischen Amtsschreiber zu Osterode, Joachim Ernst Hesse und nach dessen Tode in zweiter Ehe den Oberleutnant Johann Georg von Lossau.